Grünes Licht für grünen Strom

Mario Neugebauer Dieser Artikel wurde von geschrieben. Dr. Mario Neugebauer verantwortet bei ubigrate den technischen Vertrieb und betreut Kundenprojekte.

Grüne Informationstechnik ist in aller Munde, und das nicht erst seit der CeBIT 2008. Aber wie kommt man eigentlich darauf, dass ein Gerät nun grün oder auch nicht grün ist? Genau, das Messen des Leistungsverbrauchs ist eine Möglichkeit. Im vorangegangenen Artikel über grüne Bohnen wurde schon einmal ein Gerät zur Leistungsmessung kurz beschrieben: der Zwischenstecker NZR SEM LOG 16, zu dem über EN 62056-21:2002 kommuniziert wird. Für Anwendungen im kleineren Maßstab ist dieses Gerät auch bestens geeignet. Was aber, wenn man die Energieverbräuche in einem Serverrack erfassen will? Auf einem Verteiler sind ja nicht einmal 2 NZR Zwischenstecker nebeneinander anzubringen.

Abhilfe schaffen professionelle Rack Power Distribution Units (PDUs), wie zum Beispiel die Dominion PX von Raritan. Und dieses Gerät hat dann gleich 8, 12 oder 20 Anschlüsse für Kaltgerätestecker. Für ein Serverrack ist das dann also erst mal ausreichend.

Raritan-Tag-und-Nacht

Raritan Tag und Nacht

Auf der Anzeige direkt am Gerät kann die aktuelle Spannung, der Strom und die Leistung (getrennt nach Anschluss oder insgesamt) angezeigt werden. Für die Administration hat Raritan noch die Möglichkeit für die Fernadministration direkt in die PDU eingebaut. Über eine auf dem Gerät erreichbare Webseite lässt sich alles Wesentliche während des Betriebs einstellen. Das sind zum Beispiel:

  • Zustände der einzelnen Anschlüsse (ein/aus) mit Möglichkeit zum Fernschalten
  • Aktueller Strom bzw. Leistung an den einzelnen Anschlüssen und insgesamt
  • Schwellwerte für maximal zulässigen Strom (Softwaresicherung)
  • Regeln für Alarme um bei Schwellwertüberschreitung Anschlüsse auszuschalten oder über Emails zu melden
  • Benutzerverwaltung für Rechtevergabe zur PDU-Administration
  • Netzwerkeinstellungen (IP, Netmask, etc.)
  • SNMP-Konfiguration

Letzteres, das Simple Network Management Protocol (SNMP), ist ein interessanter Weg, wenn die Beobachtung der Steckerleiste skalierbar gestaltet sein soll. Administratoren wollen sich ja in einem Rechenzentrum nicht auf hundert oder mehr Geräten per Webbrowser einloggen. Durch das SNMP-Protokoll besteht die Möglichkeit, alle relevanten Parameter und Informationen auch maschinenlesbar abzufragen. Die Grundlage dafür ist die Management Information Base (MIB), in der alle auf dem Gerät verfügbaren Informationen verzeichnet sind. Jeder Parameter ist einem Object Identifier (OID) zugeordnet. Per ASN.1 wird die MIB mit allen Parametern spezifiziert. Das wiederum kann einem sogenannten SNMP-Manager zur Verfügung gestellt werden, der dann für die Beobachtung der Parameter konfiguriert werden kann.

Raritan SNMP-Zugriff

Ensprechende Anwendungsprogramme ermöglichen dann den konkreten Zugriff auf die Werte der Parameter. Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt der auf der Raritan PDU verfügbaren Parameter. Das sind hier die Leistung und die Spannung, getrennt nach den einzelnen Anschlüssen. Im linken Bereich befindet sich die Namen der Parameter. Auf der rechten Seite ist die Antwort auf Anfragen nach speziellen Parametern (inkl. OID) dargestellt. Hier im Beispiel wird ein Faxgerät mit aktuell 15W Leistung bei einer Spannung von 213V an Anschluss Nr. 7 betrieben.

Für die Überwachung einer grossen Zahl von Raritan-PDUs sind verschiedene SNMP Manager, internetbasiert oder als Desktopanwendung, verfügbar. Welcher SNMP Manager sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall und bisher vorhandener Managementsoftware ab. Die über SNMP abzufragenden Informationen lassen sich schließlich auch mit beliebigen Regeln und externen Daten verknüpfen. So kann beispielsweise mit der ubigrate Integrationssoftware das Energiemanagement in Gebäuden oder die auftragsbezogene Energieabrechnung in der Produktion realisiert werden.

Im Handumdrehen lassen sich damit Rechenzentren grün einfärben, und das nicht nur durch die Lichtorgel and der PDU.

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